5. Ein neues Bild von Helmstedt
Alte Universität: Juleum und Collegenflügel
Das Bild, mit dem sich Helmstedt seinen Einwohnern und seinen auswärtigen Besuchern präsentiert, ist sehr diffus. Um in den Köpfen unserer Bürger und Gäste einsichtig und nachhaltig verankert zu sein, muss ein solches Image entwickelt und gefestigt werden, indem es aus der Geschichte und den Standortbedingungen der Stadt abgeleitet und für die Werbung nach Außen eingesetzt werden kann. Hier ergeben sich drei Möglichkeiten:
a. Helmstedt als ehemalige Universitätsstadt
b. Helmstedt als zukünftige „Stadt am See“ (vgl. den Abschnitt „Helmstedter Seenlandschaft“)
c. Helmstedt als „Stadt der Einheit“
Die große Bedeutung der historischen Reformuniversität für die Stadt muss weiter bewahrt und in vielfältiger und kreativer Form „vermarktet“ werden.
Diese Universitätsgeschichte ist vorwiegend von regionalem Interesse, ihre Bedeutung erschließt sich vor allem aus der Sicht der Stadt Helmstedt. Für die Sichtweise der großen Mehrheit der anzusprechenden Gäste von auswärts sind jedoch die Ereignisse in Zusammenhang mit der Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands von nationaler, ja weltpolitischer Bedeutung. Wie keine andere Stadt in Deutschland – mit Ausnahme Berlins – ist der Name der Stadt Helmstedt mit diesen Ereignissen verbunden.
„Inzwischen ist die Region Helmstedt-Marienborn-Hötensleben das Mekka all derjenigen, die sich für die Geschichte der deutschen Teilung und die Perspektiven des vereinigten Deutschlands interessieren.“
(aus: „Wir machen Geschichte erlebbar“, Grenzenlos. Wege zum Nachbarn).
So kann Helmstedt zu Recht als „Stadt der deutschen Einheit“ bezeichnet werden.
Viele Bausteine dieses Projekts „Helmstedt – Stadt der deutschen Einheit“ sind bereits vorhanden; sie müssten noch koordiniert und um weitere Bausteine ergänzt werden, um das gewünschte Gesamtbild zu ergeben:
- Rundfahrt Grenzenlos (lebendige Darstellung der Grenze am Objekt)
- Helmstedter Universitätstage (wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Grenze“)
- monumentale Skulptur „La Voute des Mains“ von Josep Castell (Autobahn A2)
- die Skulptur „Mauerklammer“ von Achim Borsdorf in Marienborn (als Geschenk Helmstedter Bürger)
- Zonengrenz-Museum in Helmstedt erweitern (in Absprache mit und Ergänzung zu der Gedenkstätte deutsche Teilung Marienborn): das Zonengrenz-Museum könnte die „Gebrauchsanweisung“ für den Besuch der Gedenkstätte sein
- Einrichtung eines wissenschaftlichen Dokumentationszentrums (z. B. Sammeln von Literatur und Filmen) zum Thema „Grenze“ als Stätte von Forschung und Lehre (Ort: z. B. Gesundbrunnen oder Klinik Bohnen)
- geführter Rundgang auf altem BGS-Pfad (z.B. Meseckenheide): „Die Grenze erzählt“ mit ehemaligen Angehörigen des BGS und der DDR-Grenztruppen
- Einrichtung eines Themenwanderweges mit Hinweisschildern auf wichtige Ereignisse ("Lehrpfad Zonengrenze")
- Ausweisung eines Radwanderweges „Grenzenlos“ entlang der ehemaligen Grenze von Helmstedt über das Brunnental, Marienborn, Hötensleben und zurück über die Tagebaue
- Ausbau des „Grünen Bandes“ und Einbeziehung in die Themenpfade
- Bauliche „Zeitzeugen“ erhalten bzw. wieder errichten (z. B.): Grenzturm und Mauerstück entlang der Autobahn bei Marienborn; Grenzturm bei Autobahnauffahrt Helmstedt Ost (Richtung Hannover); Grenzturm oberhalb von Walbeck
- Einbeziehung des „Lappwaldsees“: Dokumentation der politischen Abbaugeschichte des ehemaligen Tagebaus vor Ort
- Hinweis auf „ausgebrannten Bus“
- Denkmal auf Marktplatz (mögliches Thema: Grundgesetz, Trabbi )
So wie andere Städte (z. B. Schöningen als „Stadt der Speere“) ihr Image sehr erfolgreich entwickelt haben, muss auch Helmstedt mit einer unverwechselbaren Identität in Verbindung gebracht werden. Unser Konzept „Helmstedt – Stadt der deutschen Einheit“ besitzt einen hohen Alleinstellungscharakter und kann sich – geschickt verknüpft mit dem Lappwaldsee - zu einem wirklichen Magneten im Tourismus entwickeln.

Magdeburger Warte nahe der ehemaligen Grenze









