3. Weiterentwicklung bzw. Neuausrichtung des Tourismus

Helmstedt-See

Helmstedt-See
(Photo: Rohm)

a) Helmstedter Seenlandschaft

Die Entwicklung des Sees zwischen Helmstedt und Harbke bietet große Chancen für die Zukunft unserer Region. Der See wird natürlich für die Bewohner von Stadt und der beiden Landkreise einen hohen Freizeitwert haben; er wird zur Attraktivität der Stadt beitragen, so dass für Familien ein Anreiz besteht, in Helmstedt zu bleiben bzw. nach Helmstedt zu ziehen. Darüber hinaus wird auch die überregionale touristische Nutzung einen ganz wichtigen Baustein für die erfolgreiche Zukunft unserer Stadt bilden.
 

Diese Entwicklung darf jedoch nicht isoliert gesehen werden, sie muss eingebettet werden in die Entwicklung der weiteren Seen bei Buschhaus und Schöningen.

Um das Werbepotential dieser Seen zu bündeln, sollte von einer „Helmstedter Seenlandschaft“ gesprochen werden. Die einzelnen Seen können z.B. nach den jeweiligen Waldgebieten „Lappwaldsee“, „Elzsee“ und „Elmsee“ genannt werden. Diese Bezeichnungen können das Bemühen um eine Attraktivitätssteigerung unserer Wälder sinnvoll ergänzen.

Es ist davon auszugehen, dass im Laufe der kommenden Ratsperiode der See aus der Bergaufsicht entlassen werden wird, so dass dann mit der Realisierung der Planung begonnen werden kann.

Die notwendige Koordination der Entwicklung der drei Tagebauseen (sowie „Anna-Süd“ und „Anna-Nord“) ermöglicht auch unterschiedliche Schwerpunkte der Nutzung. (Nicht auf jedem See muss alles möglich sein.) Zentrale Forderungen für den Lappwaldsee sind:

 
  • Vordringlich ist jetzt eine Bündelung auf Seiten der Planungsbeteiligten. Das langjährige Nebeneinander der Kommunen, Landkreise und Behörden muss endlich ein Ende haben. Was wir brauchen, ist eine Gesellschaft oder ein Verband, der als Ansprechpartner für die Unternehmen die Planung und Entwicklung vorantreibt, sich um Investoren kümmert und ein einheitliches Marketing entwickelt. Sonst ist das See vollgelaufen und es wird immer noch diskutiert.
  • Entwicklung eines wirtschaftlich verantwortbaren und gleichzeitig doch attraktiven Konzepts, auch unter Einbeziehung privater Investoren. Die Verantwortung für die Gesamtkonzeption darf jedoch nicht aus der Hand gegeben werden.
  • Bei der Entwicklung des Nutzungskonzeptes ist der Vorrang auf Ruhe und Erholung zu legen; Elemente, die eine mit großem Lärm verbundene hektische Betriebsamkeit zur Folge haben, sollten nur im Ausnahmefall berücksichtigt werden.
  • Priorität haben die Erschließung und der Ausbau eines Panorama-Rundweges um den gesamten See.
  • Wünschenswert noch in diesem Jahr ist ein kleiner Imbiss am Info-Punkt. Es müsste sich jemand finden, der die Bereitschaft für eine solche Initiative mitbringt. Die mögliche Unterstützung von E.ON und der Stadt ist zugesagt.
  • Zugangsmöglichkeiten zum See dürfen nicht durch Private behindert werden; d.h. weite Uferbereiche müssen frei zugänglich für alle bleiben.
  • Die Attraktivität des Sees muss verstärkt werden durch die Einbettung in die umgebenden touristischen Ziele in Schöningen und Königslutter und die längst überfällige Erschließung des Lappwaldes und der „Schätze“ seiner Anliegergemeinden beiderseits der Landesgrenze.

Eine Landesgartenschau nach Helmstedt zu holen, ist eine reizvolle Idee. Um ein finanzielles Risiko für die Stadt zu vermeiden, kann sie jedoch nur realisiert werden, wenn die nachfolgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Es sollte weiterhin angestrebt werden, sie unter finanzieller Beteiligung der Gremien in Sachsen-Anhalt als eine grenzüberschreitende Landesgartenschau zu planen und durchzuführen;
  • Das Land Niedersachsen beteiligt sich finanziell und ideell an den Investitionen und der Durchführung der Landesgartenschau;
  • Es erfolgt eine Überplanung der Vorschläge des Gutachters. Diese Überplanung muss sich an den finanziellen Möglichkeiten der Stadt Helmstedt orientieren.
  • Die Folgekosten sind realistisch zu bestimmen. Sie müssen sich mit den finanziellen Möglichkeiten der Stadt vereinbaren lassen.

b) Die Schönheiten des Lappwaldes für uns Helmstedter und unsere Gäste erschließen

  • Die Werbung für den Lappwaldsee muss ergänzt werden durch wirksame Bemühungen um ein attraktives Wegenetz von Wander- und Spazierwegen im gesamten Lappwald. Dieses Netz muss wesentlich ansprechender als zur Zeit beschildert werden (mit Angabe der Ziele und der Dauer der Wege) und soll die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten der Lappwaldgemeinden und die Schönheit des Waldes gemeinde- und länderübergreifend erschließen.
  • Ausgewählte themenorientierte Wegstrecken (z.B. ein „Warten-Weg“ oder ein „Weg der deutschen Teilung“) sollten besonders attraktiv beschildert und mit ergänzenden historischen Hinweisen versehen werden, z.B. aus dem Erfahrungsschatz des BGS auf westdeutscher und der Grenztruppen auf ostdeutscher Seite. Die vorbildliche Arbeit der Gruppe Agenda 21 im Brunnental hat beispielhaft gezeigt, welche Möglichkeiten es gibt, Vergangenes aufzuarbeiten und für die Gegenwart zum Sprechen zu bringen.
  • Ausweisung eines Radwanderweges „Grenzenlos“ von Helmstedt über das Brunnental nach Marienborn und Hötensleben und zurück über die Tagebaue. Dieser Radwanderweg entlang der ehemaligen Grenze muss informativ ausgeschildert werden.
  • Die Anlage der Wanderwege ist rechtlich abzusichern durch die Aufstellung eines Landschaftsplanes.
  • Eine besondere Bedeutung kommt der Perle des Lappwalds, dem Brunnental in Bad Helmstedt zu. Hier muss alles unternommen werden, eine qualitative gastronomische Vielfalt zu sichern; denn eine attraktive Naherholung setzt auch attraktive Einkehrmöglichkeiten voraus.
  • Der Doppelcharakter des Brunnentals (sowohl Park- und Kulturlandschaft als auch urwüchsige Natur) muss erhalten und entwickelt werden.
  • Die Funktionsfähigkeit des Tretbeckens muss gewahrt bleiben. Falls sich niemand für die Betreuung findet, ist die SPD-Helmstedt bereit, diese durch ihre Mitglieder zu organisieren.
  • Der Anschluss des Brunnentales an das Wanderwegenetz des Lappwaldes muss verbessert werden, das gilt insbesondere für die Hauptparkmöglichkeiten gegenüber dem Quellenhof, am Brunnentheater und am Clarabad (An diesem beliebten Parkplatz fehlt eine Info-Tafel).
  • Vordringlich und längst überfällig ist auch der Bau eines Fußweges nach Beendorf. Dieser Weg könnte parallel zur Straße auf einem ehemaligen Forstweg durch den Wald über die neu zu erstellende Brücke in der Nähe der alten Grenze wieder auf die Straße nach Beendorf führen.
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Dr. Friehdelm Possemeyer und Sohn Morten bei der Säuberung der Glasabdeckung der Carslquelle
(Photo: Gehrke)

c) Gemeinsame Wege gehen

  • Die zunehmende Bedeutung, die der Tourismus in unserer Region einnimmt, muss durch eine gemeinsame Marketing-Konzeption insbesondere der drei Städte im Landkreis unterstützt werden.
  • Deren Hauptattraktionen (Juleum, Dom, Speere/Schloss) ergänzen sich gegenseitig und müssen durch die Vielzahl der vorhandenen zeitgeschichtlichen Hinweise auf die deutsche Teilung und deren Überwindung erweitert werden. Auch hier gilt: Kommt der Landkreis seiner Pflicht zur Moderation und Koordination nicht nach, müssen die beteiligten Städte – auch in Zusammenarbeit mit dem Bördekreis –diese Aufgabe selbst übernehmen.
  • Eine Möglichkeit eines gemeinsamen Angebotes der drei Städte wäre eine Rundfahrt mit Führungen in historischen Kostümen kombiniert mit szenischen Darstellungen und einem abschließenden historischen Essen in entsprechendem Ambiente. Eine solche Rundfahrt kann auch in das Angebot der Hotels übernommen werden.
  • Die Tourismusgemeinschaft Elm-Lappwald muss ihrem grenzüberschreitenden Anspruch und der Bedeutung des Lappwalds deutlich mehr Rechnung tragen. (Die Übersichtskarte im Internet folgt z. B. noch dem alten Grenzverlauf, so dass einige Mitgliedsgemeinden in Sachsen-Anhalt auf der Karte gar nicht verzeichnet sind.)
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Die Lübbensteine, älteste touristische Attraktion Helmstedts
(Photo: Rohm)

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